Wir freuen uns auf Ihren Besuch:
 
Sonntag, 20. Juni 2021, 11:00 Uhr Gottesdienst im Antoniusgarten am Eichelberg in Bad Grund
(bei Regenwetter in der St. Antonius-Kirche)
 
Sonntag, 27. Juni 2021, 17:00 Uhr Vorstellungsgottesdienst der Konfirmanden in der St. Antonius-Kirche Bad Grund
 

Wochenspruch:

Christus spricht: Wenn ich erhöht werde von der Erde, will ich alle zu mir ziehen. (Joh. 12, 32)

Was ist der Himmel? Die unendlich blauen Weiten über uns oder die scheinbar zeitlosen Sekunden, in denen wir glücklich sind? Wenn wir Christi Himmelfahrt feiern, erinnern wir an den Abschied Jesu von seinen Jüngern 40 Tage nach seiner Auferstehung. Er kehrt zurück zu Gott. Seit dieser Zeit ist für Christen der Himmel dort, wo Jesus Christus ist. Zwischen Himmel und Erde leben sie. Und doch: „Was steht ihr da und schaut in den Himmel?“ Die Frage an die Jünger gilt auch uns. Im Hier und Jetzt, in unserer Gegenwart können wir etwas vom Himmel erfahren: in dem Glanz auf den Gesichtern unserer Mitmenschen, in Momenten der Freude und der Liebe, in denen wir eins sind mit Gott und Menschen. (VELKD, Kirchenjahr)

Gebet:

Allmächtiger Gott, wir wissen oft nicht, was „Himmelreich“ bedeutet. Wir denken an den Himmel über uns und fragen: Wo bist du? Wir bitten dich: Hilf uns verstehen, dass dein Reich alles übersteigt, was wir mit unseren Sinnen wahrnehmen oder uns vorstellen können. Du bist bei Gott, dem Vater, in den göttlichen Dimensionen und du bist bei uns alle Tage bis zum Ende der Weltzeit. Dafür danken wir dir!

Jesu Himmelfahrt- Apostelgeschichte 1,3ff  

Jesus sagt zu seinen Jüngern: Ihr werdet die Kraft des Heiligen Geistes empfangen, der auf euch kommen wird, und werdet meine Zeugen sein in Jerusalem und in ganz Judäa und Samarien und bis an das Ende der Erde. Und als er das gesagt hatte, wurde er vor ihren Augen emporgehoben, und eine Wolke nahm ihn auf, weg vor ihren Augen. Und als sie ihm nachsahen, wie er gen Himmel fuhr, siehe, da standen bei ihnen zwei Männer in weißen Gewändern. Die sagten: Ihr Männer von Galiläa, was steht ihr da und seht gen Himmel? Dieser Jesus, der von euch weg gen Himmel aufgenommen wurde, wird so wiederkommen, wie ihr ihn habt gen Himmel fahren sehen. Da kehrten sie nach Jerusalem zurück.

Gen Himmel aufgefahren ist, Halleluja, der Ehrenkönig Jesus Christ. Halleluja.
Er sitzt zu Gottes rechter Hand, Halleluja, herrscht über Himml und alle Land. Halleluja.
Nun ist erfüllt, was g'schrieben ist, Halleluja, in Psalmen von dem Herren Christ. Halleluja.
Der Heiligen Dreieinigkeit, Halleluja, sei Lob und Preis in Ewigkeit. Halleluja.
                                                                             (EG 119 – anzuhören auch auf YouTube!)

 

Dialogpredigt zu Christi Himmelfahrt 2021

Liebe Gemeinde,

heute feiern wir Christi Himmelfahrt.
Jesus ist heimgekehrt zu seinem himmlischen Vater.
Vor den Augen seiner Jünger ist er gen Himmel gefahren.
Stellen Sie sich mal vor, liebe Frau Hemschemeier:
In Jerusalem soll der Ort von Christi Himmelfahrt zu besichtigen sein. Ich habe gehört: Da kann man auch noch den Fußabdruck Jesu sehen, SEINEN Fußabdruck, bevor er in die himmlischen Höhen entschwebt ist.
Viele Pilger finden das bewegend!
Was halten Sie davon? Ihr Wildemänner seid doch bodenständig und neigt nicht zum Abheben.
Das mit dem Fußabdruck ist doch etwas komisch, oder?
 

CHRISTIANE HEMSCHEMEIER:

Find ich auch komisch. Ich glaube auch nicht daran, dass sich Jesus so richtig von der Erde abstoßen musste um möglichst hoch zu springen. Ich bin aber davon überzeugt, dass er irgendwie ins Jenseits gegangen ist, ins Himmelreich Gottes.

ASTRID SCHWERDTFEGER:

Genau! Jesus ist auferstanden. Aber nach seiner Auferstehung war er völlig anders da als vorher. Manchmal konnten seine Jünger ihn gut erkennen, manchmal waren sie sich nicht sicher. Jesus konnte an verschiedenen Stellen gleichzeitig sein. Er konnte durch verschlossene Türen gehen. Schließlich durfte der Jünger Thomas ihn doch berühren.
Jesus hatte nach seiner Auferstehung bereits einen geistlichen Leib und war auf dem Weg in die jenseitige Welt. Dabei wurde er für die Seinen immer wieder einmal kurz sichtbar - bis er dann völlig vor ihren Augen entschwand.
Ich denke nicht, dass er irgendwie oben ist – auf einer Wolke oder in einer Wolke. Ich denke, die jenseitige Welt ist ganz nahe. So wie Fernsehwellen uns nahe sind, auch wenn wir das Programm nicht einschalten können.
Jesus ist seit seiner Himmelfahrt allen Menschen ganz nahe!!
 

CHRISTIANE HEMSCHEMEIER:

Ja, Jesus ist uns nahe!
Gleichzeitig ist mir Jesus vorausgegangen damit ich, wenn ich meine irdischen Zelte einmal abbreche, eine himmlische Wohnung vorfinden werde.
Wie das aussehen wird, weiß ich nicht. Aber eins weiß ich: Gott hat durch Jesus alles für mich geregelt. Das ist wichtiger als ein Fußabdruck in Jerusalem. Ich habe schon ein Zimmer im himmlischen Jerusalem, weil mir Jesus vorausgegangen ist und für mich alles vorbereitet hat.
 

ASTRID SCHWERDTFEGER:

Das mit den himmlischen Wohnungen lese ich auf den meisten Beerdigungen vor. Jesus sagt: „Im Hause meines Vaters gibt es viele Wohnungen. Ich gehe euch voraus, um euch dort eine Stätte zu bereiten!“
Unsere Heimat ist ja im Himmel!
Und: Wir habe hier keine bleibende Stadt, sondern die zukünftige suchen wir! So ist es: Wir kriegen ein Zimmer im himmlischen Jerusalem!
Aber, liebe Frau Hemschemeier, ich glaube, ganz viele Leute in Deutschland interessiert das überhaupt nicht. Es ist ja auch so himmlisch schön hier bei uns im Harz! Jeder hat sein kleines privates Himmelreich: Haus, Garten Familie, Freunde…
Warum sollte man das alles hinter sich lassen wollen? Wer will schon umziehen in das Himmelreich Gottes? Das kann man kaum jemandem schmackhaft machen, der von ganzem Herzen an seinem eigenen kleinen Himmelreich hängt!
 

CHRISTIANE HEMSCHEMEIER:

Ich verstehe, was Sie meinen. Ich freue mich ja auch schon auf den Ruhestand, damit ich all das Schöne genießen kann: Hier im Harz oder auch an der Ostsee.
Nur ist man, wenn es soweit ist mit dem Ruhestand, schon über 60 Jahre alt.
„Mit 66 Jahren, da fängt das Leben an“ hat Udo Jürgens gesungen!
Allerdings liegt dann der 70. Geburtstag nicht in allzu großer Ferne…
„Unser Leben währt 70 Jahre, und wenn’s hoch kommt, dann sind es 80 Jahre.“ Sagt die Bibel. Manche Menschen werden ja sehr viel älter als 80. Prinz Philip war ja fast 100 Jahre alt, als er starb. Aber manche Menschen sterben auch sehr viel eher.
Mir ist völlig klar, dass mein kleines Himmelreich im Ruhestand nur eine Zwischenstation sein wird. Unsere endgültige Zukunft ist im Himmel!
 

ASTRID SCHWERDTFEGER

Das stimmt, was Sie da sagen: Mein Opa ist mit 65 gestorben. Am allerersten Tag seines Ruhestandes. Er hatte sich so auf seinen Garten gefreut und hatte große Pläne, was er noch alles anpflanzen und gestalten wollte.
Sie haben Recht, dass Sie den Ruhestand als „Zwischenstation“ sehen.
Das erinnert mich an das schöne Gebet:
„Herr, lehre uns die irdischen Güter so zu gebrauchen, dass wir darüber die himmlischen nicht verlieren!“
 

CHRISTIANE HEMSCHEMEIER:

Ja, das ist wohl die Herausforderung: Ich will das Leben hier auf Erden ernst nehmen. Deshalb engagiere ich mich ja auch ehrenamtlich, so gut ich kann. Und ich kümmere mich um meine alten Eltern.
Gleichzeitig will ich das Leben auch ein Stück weit genießen. Ich kann es gar nicht erwarten, dass die Museen wieder richtig aufmachen und dass ich wieder an die Ostsee komme!
Aber wenn Gott mich ruft, will ich bereit sein. Es soll ja wunderschön sein im Himmel.
 

ASTRID SCHWERDTFEGER:

Der Apostel Paulus schreibt in einem seiner Briefe etwas ganz Ähnliches: Er meint: Am liebsten würde ich bei meinem Herrn Jesus Christus im Himmel sein. Andrerseits habe ich hier noch eine ganze Menge zu tun. Ich weiß nicht wirklich, was von beidem ich wählen soll – hier für euch da zu sein oder zu Jesus in den Himmel gehen.

CHRISTIANE HEMSCHEMEIER:

Ehrlich gesagt bin ich doch ganz gern hier.
Aber dass es noch ein Ziel gibt über dieses Leben hinaus - das ist schon eine gute Zukunftsperspektive! 
 

ASTRID SCHWERDTFEGER:

Das ist auch eine Frage des Lebensgefühls! Die einen glauben, dass nichts mehr kommt. Dann ist das Leben wie eine rasende Fahrt auf eine Wand zu. An dieser Wand zerschellt dann alles „auf nimmer Wiedersehen“.
Die anderen glauben, dass in der Wand eine Tür ist. Oder ein Tor.
Davon bin auch ich fest überzeugt: Das Tor zum Himmelreich Gottes wird sich für uns am Ende unserer Reise durch diese Welt öffnen!
 

CHRISTIANE HEMSCHEMEIER:

Genau! Aber nicht erst dann, sondern schon jetzt ist die Himmelfahrt Jesu für uns wichtig. Damals in Israel gab es ja immer so ein Gedränge um Jesus herum.
Riesige Menschenmassen verhinderten oft, dass der Einzelne zu Jesus durchdringen konnte. Auch Jesu Zeit war begrenzt. Jetzt ist Jesus im Himmel und für alle seine Leute gleichermaßen da - zu jeder Zeit. In der Ewigkeit sind die Grenzen von Zeit und Raum überwunden!
 

ASTRID SCHWERDTFEGER

Ja, liebe Frau Hemschemeier! Und das Gute daran ist: Der Himmel ist nicht fern! Der Himmel ist auch nicht „da oben“.
In unserem Glaubensbekenntnis heißt es: Jesus sitzt zur Rechten Gottes.
Martin Luther sagt: Gott ist überall, insofern ist auch die Rechte Gottes überall. Das heißt: Wenn Jesus zur Rechten Gottes sitzt, dann ist auch Jesus überall, und zwar ganz dicht bei Dir und bei mir und bei uns allen.
Er umgibt uns wie die Radiowellen oder wie die Fernsehwellen. Irgendwann werden wir hinübergeschaltet in das andere Programm. Aber heute noch nicht!
 

CHRISTIANE HEMSCHEMEIER

Nein heute wahrscheinlich noch nicht. Heute feiern wir erst einmal Vatertag!

ASTRID SCHWERDTFEGER

Das ist eine gute Idee! Auf der einen Seite ist es gut, wenn nach dem Muttertag auch die Väter zu ihrem Recht kommen.
Auf der anderen Seite ist Jesus am Himmelfahrtstag heimgekehrt zu seinem himmlischen Vater. Also Vatertag auf zweifache Weise!
 

CHRISTIANE HEMSCHEMEIER:

So ist es! Und der Friede Gottes, welcher höher ist als alle Vernunft, bewahre unsere Herzen und Sinne in Christus Jesus.

ASTRID SCHWERDTFEGER: Amen!

 

Fürbitten:

Zeige deine Macht, du Auferstandener,
auf der Erde.
Die Machtlosen vertrauen darauf,
dass du ihnen beistehst.
Die Schwachen warten darauf,
dass du ihnen hilfst.
Die Kranken – in unserer Nachbarschaft,
in Indien und in aller Welt warten.
Die vor Hunger und Krieg Flüchtenden warten.
Zeige deine Macht, du Auferstandener,
und erbarme dich.

Sende deine Weisheit, du Auferstandener,
auf die Erde.
Die Hoffenden vertrauen darauf,
dass du ihnen beistehst.
Die Jungen hoffen,
dass wir klug werden.
Die Wissenschaftlerinnen und Forscher hoffen.
Die Liebenden hoffen.
Die Schöpfung hofft.
Sende deine Weisheit, du Auferstandener,
und erbarme dich.

Sprich, du Auferstandener,
sprich zu uns hier auf der Erde.
Deine Gemeinde vertraut dir,
dass du ihr beistehst.
Deine weltweite Kirche wartet,
dass dein Wort diese Erde verwandelt.
Sprich, du Auferstandener,
zu den Konfirmandinnen und Konfirmanden in unserer Mitte.
Sprich zu denen, die aufbrechen und
sprich zu den Trauernden.
Sprich zu uns,
sende deine Kraft, deine Weisheit und deine Liebe,
du Auferstandener.
Öffne uns den Himmel,
damit wir auf dich auf der Erde bezeugen.
Heute und alle Tage. Amen.                                                                        (VELKD Kirchenjahr)

 

Segenswort:

Gott, segne uns mit dem Geist, der Hoffnung schenkt. Segne uns mit dem Geist, der den Glauben stärkt. Segne uns mit dem Geist, der die Liebe entzündet. AMEN

 

In diesem Sinne wünscht Ihnen einen frohen Himmelfahrtstag und einen gesegneten Weg auf das Pfingstfest zu!      

Ihre Pastorin Astrid Schwerdtfeger

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